Von Plastik und Haute Couture

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Ja, ich geb’s ja zu! Auch ich habe als kleines Mädchen mit Barbiepuppen gespielt. Und sie wurden von mir heiß und innig geliebt und gepflegt. Für den Fall, dass ich irgendwann selbst kleine Töchter haben würde, habe ich meine Püppchen aufbewahrt. Bei jedem Umzug sind sie mitgereist.

Als Emma zur Welt kam befand ich mich gerade in einer extremen Phase des angeblich „politisch korrekten Lebens“. Vegetarische Ernährung, nur Holzspielzeug, nur Naturkosmetika, pfui Teufel mit „Made in China“. Ich stehe auch heute noch zu diesen Dingen, nur nicht mehr ausschließlich. Extreme sind selten gut, und sie erschweren einem das Leben doch sehr. Ständig meint man sich schuldig fühlen zu müssen, wenn man auf einem IK*A-Sofa sitzt, H&* Klamotten kauft, doch Fleisch isst und seinem Kind Plastikspielzeug aus dem fernen Osten kauft.

Seit einiger Zeit habe ich diese ganze Last der Schuldgefühle nun abgelegt. In jeglicher Hinsicht! Und siehe da. So lebt es sich viel glücklicher. 

Nun war es also so weit! Ich räumte gerade im Keller unnützes Zeug hin und her, als Emma plötzlich unverhofft die längst vergessenen Schätze aus meiner Kindheit fand. Meine Barbiepuppen. Nach kurzem Zögern (wegen Plastik, PVC, Gift, China…weisste Bescheid, ne?) gab ich die langbeinigen Schönheiten und Erzfeindinnen von Frau Schwartzer also frei. Seitdem bürsten Emma und auch Luna Puppenhaare was das Zeug hält.


Leider sind bei den Umzügen aber irgendwie die ganzen Puppenkleider abhanden gekommen. Und da auch unsere Püppchen gerne chic angezogen im Wohnzimmer flanieren möchten, kaufte ich mir kurzerhand das Buch „Crochet for Barbie doll“ von Nicky Epstein. Ein Wahnsinnsbuch! Da ist alles drin, was die modebewusste Anziehpuppe von heute braucht! Und noch Vieles mehr.

Hier seht Ihr nun das erste Werk, das ich für eine kürzlich für Emma neu erworbene Puppe gehäkelt habe.
Ein Pullover Modell „Haute Couture“ aus türkisfarbenem Wollmischgarn.

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