Writing – Unschooling Memories #6

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„Mama, ich will schreiben!“ Das hatte sich Emma diese Woche in den Kopf gesetzt. Für diesen Moment hatte ich schon vorgesorgt..
Ich kramte das Heft „Ich kann schreiben und lesen“ von Rolf Robischon aus und reichte es ihr. Sie nahm sich einen Bleistift und fing einfach an zu schreiben. Währenddessen saß ich daneben und beobachtete interessiert die Herangehensweise meiner Tochter an das Schreiben. Ich verkniff mir jegliche korrigierende Kommentare.
In diesem Schreibheft sind die „Aufgaben“ so gestellt, dass es keiner Erklärung bedarf. Bild und Wort stehen zusammen und ein freies Kästchen darunter lädt zum Schreiben ein. In der Mitte des Heftes befindet sich zudem eine Anlauttabelle mithilfe derer das Kind ein Wort bei Bedarf auch Laut für Laut aufschreiben kann.
Emma schrieb begeistert drauf los. Sie begann zunächst von rechts nach links. Irgendwann fing sie an von links nach rechts zu schreiben. Wahrscheinlich hatte sie einfach beobachtet, wie ich neben ihr selbst etwas aufschrieb und ahmte mich dann nach. Kinder sind wahre Wissenschaftler. Sie experimentieren, verifizieren und suchen nach neuen Wegen, falls der alte sich als fehlerhaft erwiesen hat. So konnte ich bei Emma beobachten, dass sie den Buchstaben „E“ zu Beginn ihrer Schreibübungen mit sechs Querbalken schrieb. Ihrem Blick nach zu urteilen merkte sie, dass der geschriebene Buchstabe nicht mit dem abgedruckten übereinstimmte. Also probierte sie weiter, reduzierte die Balken, bis letzten Endes ein korrektes „E“ auf dem Zettel stand.
Eine halbe Stunde saß Emma konzentriert am Küchentisch, schrieb und freute sich über die Ergebnisse. Irgendwann legte sie den Bleistift neben das Heft und erklärte trocken: „Ich schreibe ein anderes Mal weiter! Jetzt male ich.“ Bin schon gespannt auf die nächste Schreibstunde…

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