Wer indoktriniert hier wen?

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„Keine Nation kann frei bleiben, wenn der Staat einen größeren Einfluss hat auf das Wissen und die Werte, die den Kindern vermittelt werden, als die Familie.“ ~ Ron Paul

Original: „No nation can remain free when the state has greater influence over the knowledge and values transmitted to children than the family does.“ ~ Ron Paul

Wenn ich gefragt werde, warum meine Kinder nicht in den Kindergarten oder in die Schule gehen, dann antworte ich stets kurz: „Weil sie das nicht möchten!“ Für mich und meine Kinder ist die Diskussion damit beendet.

Als Antwort bekomme ich von Erwachsenen dann oft: „Nun, sie können das doch gar nicht entscheiden, da sie gar nicht wissen, wie es in der Schule ist.“ Das Argument (und natürlich der Vorwurf), das dahinter steckt und meist auch ausgeprochen wird, lautet: „Du hast Deine Kinder beeinflusst, ihnen somit die Freiheit genommen zu entscheiden.“ Ja, sogar das Wort Indoktrinierung fällt manchmal.

Schule als unausweichliches Schicksal

Kinder wachsen in einer Familie auf und werden unweigerlich von ihr geprägt und von den Werten, die ihnen ihre Eltern vermitteln und vorleben. Anders ist Zusammenleben nicht möglich. Und das ist auch gut so! Meine eigenen Kinder wachsen mit dem Wissen auf, dass es so etwas wie Selbsteigentum und freien Willen eines Individuums gibt. Über den Körper oder das Eigentum eines anderen zu bestimmen und ihn gegen seinen Willen zu etwas zu zwingen ist Aggression und nicht rechtens. (Hier ein kurzes Video zur Philosophie der Freiheit von Ken Schoolland)

Natürlich habe ich meinen Kindern auch von der Institution „Schule“ erzählt. Da diese aufgrund der hiesigen Gesetzeslage für sie zwangsläufig zu einem wichtigen Thema werden würde, habe ich ihnen schon zeitig von Kindergarten und Schule erzählt. Sie fragten mich natürlich auch von sich aus, da ihnen im Gespräch mit anderen Kindern diese Begrifflichkeiten oft über den Weg liefen. So objektiv wie möglich versuchte ich meinen Kindern die Natur der Schule zu erklären, ihnen die Fakten vorzulegen. Dazu gehören folgende Tatsachen:

Die Kinder:

  • werden hier in D gezwungen in die Schule zu gehen. Sie haben keine Wahl. Es nennt sich Schulzwang/Schulpflicht
  • müssen im Schulgebäude zu einer festgeschriebenen Uhrzeit anwesend sein.
  • dürfen sich nicht unerlaubt vom Schulgelände entfernen
  • müssen Aufgaben erledigen, die ihnen andere Menschen vorgeben
  • werden sanktioniert, falls sie nicht erscheinen und/oder die Aufgaben nicht erledigen
  • müssen den Lehrern gehorchen, oft still sitzen und zuhören, auch wenn ihnen grad nicht danach ist.

Ganz gleich, ob man der Schule nun positiv oder negativ gegenübersteht, kann doch niemand diese Tatsachen negieren. Meine Kinder haben nach Aufklärung über diese Strukturen für sich entschieden, dass sie diese dankend ablehnen. Und ich vertraue meinen Kindern, dass sie das richtige Gespür dafür haben, was ihnen gut tut, und was nicht. (Unterhalte ich mich mit einem Erwachsenen über obige Fakten, nenne ich das Kind auch beim Namen: „strukturelle Gewalt“)

Was ist aber mit den Kindern, die in dem gleichen Wissen über diese Strukturen aufwachsen und zusätzlich noch in dem Glauben aufwachsen, dass der schulische Weg der einzig mögliche, ja vielleicht sogar unausweichliche, in ihrem Leben ist? Von vielen Kindern habe ich schon erstaunt die Frage gestellt bekommen, wo man denn sonst etwas lernen soll, wenn nicht in Kindergarten und Schule? Sind nicht gerade diese Kinder (und ich war selbstverständlich auch eines davon) nicht die Indoktrinierten, die Unfreien? Sie wachsen in dem Glauben auf, sie hätten keinerlei Mitbestimmungsrecht über ihr Leben und ihre Bildung. Schule ist für sie Schicksal. Die meisten Deutschen kennen ja noch nicht mal den Begriff des „Homeschoolings“, geschweige denn den des „Unschoolings“, und wissen nicht, dass es den Schulanwesenheitszwangs nur in wenigen Ländern (wie z.B. Deutschland und Nordkorea) gibt. Ja selbst in Russland wird Homeschooling begrüßt und sogar unterstützt.

Nun frage ich Euch: Wer ist denn bitte nun indoktriniert? Wessen Entscheidungsfreiheit ist eingeschränkt?

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