Ode an das Tragetuch

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Zahlreiche Artikel wurden schon verfasst zu den Vorteilen des Tragetuchs und dem Tragen von Babies und Kleinkindern. Da ich nun zum dritten Mal ein kleines Menschenwesen den ganzen Tag mit mir herumtrage, will ich dazu auch mal meinen Senf dazu abgeben. 

Warum ich mein Baby trage:

 
1. Ich liebe mein Baby abgöttisch und will es einfach die ganze Zeit bei mir haben, seine Wärme spüren, es lächeln sehen, sofort auf sein Weinen eingehen können. Aus genau diesen Gründen liebt auch jedes Menschenkind es immer bei Mama (oder auch Papa) zu sein. Nur durch den Körper- und Augenkontakt weiß es schließlich, dass es nicht allein ist. Es hört den Herzschlag und spürt die Enge, die es schon aus dem Mutterleib kennt. Sobald es irgendwo im Bettchen, Stuben- oder Kinderwagen liegt kann es sich der Anwesenheit der Eltern bis zu einem gewissen Alter nicht sicher sein. Wenn Mama oder Papa außer Reichweite sind, existieren sie für das Baby nicht mehr. „Aus den Augen, aus dem Sinn“. 
 
2. Ich bin faul! Dieses ständige hin und her Gerenne um nachzuschauen, ob das Baby noch schläft oder es ihm gut geht, würde mir tierisch auf die Nerven gehen. Ja, ja, jeder Gang macht schlank. Emma und Luna halten mich schon sehr auf Trab. Mit einem 6 kg Baby am Leib ist das wohl Training genug.
 
3. Ich will zu jeder Zeit stillen können. Emma habe ich als Baby auch schon permanent herumgeschleppt, im Tuch stillen konnte ich damals jedoch noch nicht. Es wollte irgendwie nicht klappen. Ich musste mich dafür extra irgendwo hinsetzen, brauchte zu Beginn dringend ein Stillkissen und viel Geduld. Im Bus, beim Spaziergang oder sonstwo unterwegs zu stillen gestaltete sich daher sehr schwierig. Bei Luna habe ich’s dann zum Glück geschafft. Bei Jasper komme ich nur selten dazu mich in eine gemütliche Stillposition zu kuscheln. Ein Segen, wenn ich da einfach meine Milchbar im Tragetuch auspacken kann.

4. Ich liebe meine Freiheit. Mit drei Kindern gibt es ständig etwas zu tun: Aufräumen, Kochen, Basteln, Anziehen, Ausziehen… Es ist schon praktisch, wenn man für diese Tätigkeiten beide Hände zur Verfügung hat. Und irgendwann schmerzt der Arm schon sehr, wenn man ein stetig wachsendes Baby auf einem Arm balancieren und gleichzeitig einhändig ein Brot schmieren will.
5. Ich kenne die gesundheitlichen Vorteile für das Baby. Durch das Getragenwerden und die damit verbundene Bewegung wird die Darmfunktion des Babies angeregt, unzählige neuronale Verbindungen werden gebildet, durch die Spreiz-Anhock-Haltung kann sich die Hüfte des Babies optimal entwickeln, die Rückenmuskulatur wird gestärkt und das Baby übt schon früh das Köpfchen zu halten. Auch die psychische Entwicklung des kleinen Menschen wird durch die enge Mutter (/Vater)-Kind-Bindung  gefördert.
6. Ich liebe es zu sparen. Wir haben keinen Kinderwagen, keinen Stubenwagen, keine Wippe (ist sowieso ungesund für den Babyrücken) und kein Babybettchen. Da spart man schon einiges an Geld!

Einen Nachteil gibt es beim Tragetuch: Es würde beim Duschen nass werden. Das wäre doch mal eine Erfindung, ein wasserabweisendes Tragetuch, mit dem man das Baby mit unter die Dusche nehmen kann…

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3 thoughts on “Ode an das Tragetuch

  1. Ich kann Dir nur Recht geben.

    Meine Tochter habe ich so lange es ging und sie es mitgemacht hat im Tragetuch getragen. Und es ist erstaunlich, welchen Gleichgewichtssinn sie mit ihren 2 Jahren schon hat, wo andere Kinder noch lange nicht so weit sind. Die Leute haben mich zwar immer doof gefragt, ob wir zu arm sind, uns einen Kinderwagen zu kaufen, aber die hab ich dann gefragt, ob sie zu herzlos sind, um ihr Kind bei sich am Körper zu tragen. Menschenkinder sind nunmal Traglinge!

    LG Bine

  2. Liebe Lucia,
    ich muss ehrlich zu geben, wo ich die Tücher vor Jahren das erste Mal gesehen habe, dachte ich nur „neumodischer Mist“. Nun gut, mit Zweien stand die Option Tragetuch sowieso nicht zur Debatte. Aber inzwischen finde ich die echt toll. Gerade wenn man die Hände frei haben will, und nicht mit dem Kinderwagen rumwerkeln will. Und gegen die körperliche Nähe spricht ja nun wirklich nichts, aber auch gar nichts! Ich wünsche dir eine schöne, innige Zeit mit deinem Würmchen. GGLG Daniela

  3. Eine schöne Ode! Ich liebe mein Tragetuch und mein Maduca auch sehr. So wie du darüber schreibst habe ich mir das mit meiner Kleinen auch vorgestellt. Nur leider macht der Rücken das nicht so gut mit wie bei dir. Nach maximal einer Stunde ist einfach Schluss. Und da bin ich sehr froh, dass mir ein Kinderwagen aufgezwungen wurde, den ich zuerst für Geldverschwendung gehalten habe.
    So können wir beide wenigstens einen langen Spaziergang zusammen machen.

    Grüße und weiter so mit dem tollen Blog

    suessipussi

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